Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist eine Dachorganisation von derzeit 19 muslimischen Dachorganisationen und umschließt auch Einzelmitglieder. Die Zusammensetzung des ZMD bildet die ganze Vielfalt der Muslime in Deutschland ab. So sind im ZMD Türken, Araber, Deutsche, Albaner, Iraner, Bosnier u. v. a. m. sowie Sunniten und Schiiten integriert. Auch im theologischen Sinne sind wir vielfältig. Unter uns sind sowohl Sunniten als auch Schiiten und alle Rechtsschulen vertreten.

Unsere Umgangssprache war immer Deutsch. Wir betrachten uns als Teil dieses Landes und seiner Gesellschaft. Wir sind hier beheimatet. Die Integration des Islam und der Muslime in die deutsche Staatsordnung und die Gesellschaft ist eine unserer größten Herausforderungen.

Unsere wichtigste Aufgabe ist es, das muslimische Leben und die islamische Spiritualität in Deutschland zu fördern und den Muslimen die Ausübung ihrer Religion zu ermöglichen und zu erleichtern. Dazu gehören die Berechnung der Gebetszeiten und des islamischen Kalenders einschließlich des Festtagskalenders, das Aufstellen von Regeln für die islamische Schlachtung, die Errichtung islamischer Friedhöfe und Begräbnisstätten und die Verbesserung des Koranunterrichts in den Gemeinden sowie Aufklärungsarbeit in Sachen Sicherheit und Terrorismus. Dort, wo die Gemeinden als einzelne überfordert sind, übernehmen wir wesentliche Aufgaben, wie zum Beispiel bei der Erstellung von Lehrplänen für den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und die Entwicklung der Didaktik und Unterrichtsmaterialien. Außerdem beraten wir Gemeinden und Einzelpersonen in theologischen Fragen und helfen den Muslimen seelsorgerisch. Wir kümmern uns um die Gefängnisseelsorge. Besonders am Herzen liegt uns die Familien-, Frauen- und Elternberatung. Deshalb engagieren wir uns bei der Errichtung und dem Betrieb von Kindertagesstätten bzw. Kindergärten und arbeiten in entsprechenden öffentlichen Gremien mit. Selbstverständlich sind wir auch Dialog- und Ansprechpartner für die Politik und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen – insbesondere für die Religionsgemeinschaften. Seit nunmehr Jahrzehnten sind wir im christlichen und jüdischem Dialog aktiv. Schließlich sei hier auch eines der erfolgreichsten Projekte des ZMD genannt: die Webseiten „islam.de“ und „zentralrat.de“.

Es bleibt noch zu betonen, dass wir nicht nur für die Muslime da sind. Als Teil des deutschen Volkes bzw. der Wohnbevölkerung in Deutschland fühlen wir uns allen Problemen der Gesamtgesellschaft gegenüber verpflichtet.

Unsere Bildungsarbeit richtet sich neben einer allseitigen islamischen Bildung und Allgemeinbildung auch darauf, selbstverantwortliche und mündige Muslimas und Muslime zu fördern und heranzubilden.

Darüber hinaus fördern wir den Zusammenhalt und die Solidarität unter den Muslimen und bilden so eine Gemeinschaft im weitesten Sinne. Der ZMD und sein Vorläufer, der Islamische Arbeitskreis (IAK), waren immer der Einheit der Muslime verpflichtet, und sind auch Gründungsmitglied des Koordinationsrates der Muslime (KRM).

Wir achten darauf, dass wir sowohl von ausländischen Regierungen als auch von Ideologien und Bewegungen unabhängig bleiben und auch nicht von Interessengruppen und Parteien vereinnahmt werden. Die Finanzierung des ZMD beruht auf Mitgliedsbeiträgen und privaten Spenden. Die Arbeit im Vorstand ist ehrenamtlich. Hervorgehoben zu werden verdienen an dieser Stelle unsere muslimischen Schwestern im Islam, die sich neben ihrem Beruf und ihren familiären Verpflichtungen außerordentlich stark in unserer Arbeit engagiert haben.

Unser Verhältnis zu Staat und Gesellschaft haben wir im Jahre 2002 in unserer Islamischen Charta erklärt. Sie ist Angebot und Verpflichtung unserem Staat und unserer Gesellschaft gegenüber. Dort, wo uns Gott hingestellt hat, sind wir verpflichtet, unser Bestes und zum Wohle aller zu geben. Die gute Tat und das bessere Beispiel lehren mehr als tausend Worte. Unsere Islamische Charta hat sich in der Geschichte des ZMD auch in der Tat bewährt. Der ZMD bietet mit Wort und Tat die Gewähr der Rechtstreue.

Darüber hinaus will der ZMD, ohne den Islam zu verbiegen, „ein zeitgenössisches Verständnis der islamischen Quellen, welches dem Hintergrund der neuzeitlichen Lebensproblematik und der Herausbildung einer eigenen muslimischen Identität in Europa Rechnung trägt“, erreichen (siehe Islamische Charta des ZMD §15). Das wäre der nachhaltigste Beitrag der Muslime in Deutschland und Deutschland selbst zum Dialog unter den Religionen und den Frieden in der Welt.

Kontakt
Zentralrat der Muslime in Deutschland
Steinfelder Gasse 32, 50670 Köln
T +49 (0)221 – 139 44 50
www.zentralrat.de